Das Gesetz der großen Zahlen…

„Die Wahrscheinlichkeitstheorie sagt in Kombination mit dem Gesetz der großen Zahlen aus, dass man, wenn man etwas gegen alle Wahrscheinlichkeit schaffen will, einen Vorgang in einer ansteigenden Rate von Wiederholungen durchführen muss, um das gewünschte Ergebnis zu erzielen. Je öfter man es macht, desto dichter ist man dran. Oder, wie ich es Mum erkläre: Manchmal muss man eben einfach immer weitermachen.“

Ich habe diesen Vorsatz fürs Jahr 2017 gefasst, jeden Monat ein Buch zu lesen. Diesen Monat war es Weit weg und ganz nah von Jojo Moyes. Und das Zitat, welches sich ganz am Ende des Buches findet, hat für mich ganz viel mit Yoga und der Einstellung zum Leben zu tun. Es geht darum, entgegen aller Prognosen deinem Herzen zu folgen. Es geht darum, nicht aufzugeben, wenn es schwierig wird. Es geht darum, dran zu bleiben, bis es irgendwann klappt. Oder wie Meister Yoda sagt: „Do or do not. There is no try.“

Dass das nicht immer leicht ist, wissen wir alle. Dass man sich noch so anstrengen kann, und noch so gut sein kann in dem was man tut – gelegentlich fällt man trotzdem auf die Nase. (Beim ca. 1000. Versuch einer Armbalance zum Beispiel. Die kann nämlich niemand einfach so. Man übt und übt und übt jeden Tag, oft wochenlang, mit Hingabe, und irgendwann hat man den Dreh raus.) Oder man krabbelt auf allen Vieren einen gottverdammten Berg auf Borneo hoch. Und fragt sich, wie man auf die bescheuerte Idee gekommen ist, den Mount Kinabalu zu besteigen…

Wir neigen dazu, uns und unsere Entscheidungen permanent in Frage zu stellen, uns kritischer zu analysieren als irgendjemand sonst. Permanent an uns zu zweifeln. Aber warum eigentlich? Wir sollten viel öfter den Mut haben, unserem Herzen zu folgen. Einen Entschluss zu fassen und diesen dann mit voller Hingabe zu verfolgen.

Ich für meinen Teil hatte den Beschluss gefasst, besagten Mount Kinabalu zu besteigen. 4.095 m ist der hoch. Man geht in zwei Etappen, mit einer Übernachtung im Basecamp auf 3.200 m. Sollte doch zu schaffen sein, immerhin mache ich viel (dynamisches) Yoga und gehe regelmäßig Joggen – dachte ich mir… Und klar, einen Berg zu besteigen ist auch eine körperliche Challenge. Und ab 3.000 m kommt noch das mit der Höhe hinzu, das Gefühl, dass irgendjemand einem den ganzen Sauerstoff weggeatmet hat, und man sich selbst dabei beobachtet, wie man sich irgendwie in Zeitlupe bewegt.

Einen Berg zu besteigen ist aber vor allem auch eine mentale Challenge. Man ist stundenlang mit sich allein, und hunderttausend Gedanken haben Zeit, dir durch den Kopf zu schwirren. Alle möglichen Emotionen kommen hoch, während man in Zeitlupe, pumpend wie ein Maikäfer, stundenlang einfach nur einen Fuß vor den anderen setzt. Stundenlang Zeit, um sich, sein Vorhaben, sein ganzes Leben zu zerpflücken, anzuzweifeln und in Frage zu stellen.

Und versteht mich nicht falsch, permanente Selbstreflexion ist etwas Gutes. Aber eben etwas anderes als permanenter Selbstzweifel.

Es ist wichtig, zu hinterfragen, ob das, was man tut, das ist was man von Herzen tun möchte. Das rauszufinden dauert normalerweise nicht lange. Bei mir sind das meist Bruchteile von Sekunden – das Herz weiß halt, was es will. Das Schwierige ist meist eher, dem Gehirn das beizubringen, dass es nicht für das Treffen der großen Entscheidungen im Leben da ist. Das Gehirn ist dafür da, die richtige Strategie zu finden, um das umsetzen zu können, was das Herz will. Und dann Durchhaltevermögen zu beweisen, wenn es darum geht, seine Herzensangelegenheit zu verfolgen. „Manchmal muss man eben einfach immer weitermachen.“ Dann kommt man am Ende auch ans Ziel. Oder auf den Gipfel.

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