Von Weltenbummlern und Couch-Potatoes…

Meiner Meinung nach lässt sich die Welt in zwei Arten Menschen einteilen – Weltenbummler und Reisemuffel.

Ich bin einer dieser Menschen mit dem stetigen inneren Antrieb, sich die Welt zu erschließen, auszubrechen aus dem bekannten Umfeld. Und endlich ist es wieder so weit. Ich war schon ganz kribbelig, als ich meinen Rucksack abends aus dem Keller geholt habe – dabei ist es nur ein Wochenendtrip nach Prag. Ich bin eine rastlose Seele, immer mindestens drei nächste Backpacking-Trips in Planung.

Aber warum sind einige Menschen wurzellos – und andere tief verwurzelt?

Einige Menschen – wie ich – haben diesen Drang, die Welt zu entdecken, stärker als andere Menschen. Das sind diese Menschen, die die internationalen Flughafencodes der meisten Flughäfen auswendig kennen. Die zu den meisten Ländern eine perfekte Reiseroute oder zumindest ein paar Highlights abseits der üblichen Touristenpfade empfehlen können. Die sich einen Reisepass mit extra vielen Seiten ausstellen lassen, weil der sonst immer vorzeitig voll ist mit Stempeln aus aller Welt. Aber auch die, die in ihrem Leben etwa alle zwei Jahre umziehen und oder den Job wechseln.

Seit kurzem gibt es tatsächlich eine wissenschaftliche Erklärung für das permanente Fernweh. Die Menschen sind die einzige Spezies, die sich in einer derart ausufernden Form über den Planeten verteilt hat – die einzigen, beständig reiselustigen Bewohner dieser Erde. Der Grund dafür liegt in unseren Genen, oder genauer, in einem Gen: dem so genannten DRD4. In direkter Verbindung mit diesem Gen stehen starke Neugierde und Rastlosigkeit, aber auch eine höhere Risikofreude. Jedoch tragen lediglich 20 Prozent der Menschheit dieses Gen in sich.

Weltenbummler sind offener für die Welt und alle ihre Wunder und vielfältigen Kulturen. Aber es mangelt ihnen auch an Beständigkeit. Diesen Drang, diesen Hunger nach dem Erleben, dem Abenteuer kann man nicht dauerhaft unterdrücken, und so wird Weltenbummlern schnell langweilig. Mir mangelte es schon als Kind an Durchhaltevermögen. Ich wollte alles ausprobieren – Ballett, Gitarre, Flöte, … aber spätestens nach 6 Monaten, als es nicht mehr neu war, wollte ich lieber damit aufhören und etwas Neues ausprobieren.

Meine persönliche Lösung: kreative und vielseitige Projekte/Jobs, die nicht langweilig werden, weil sie jeden Tag etwas Neues für dich bereithalten. Die Angebote deiner Stadt nutzen, neue Dinge und neue Menschen kennen zu lernen. Und der Wanderlust regelmäßig nachgeben. Das hilft mir, die restliche Zeit den Fokus zu behalten.

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2 Kommentare Gib deinen ab

  1. Toll danke!😃 Jetzt weiß wo das mit dem mangelnden Durchhaltevermögen herkommt. Viele Menschen assoziieren das ja mit Charakterschwäche oder mangelnder Disziplin. Ich fand aber schon immer, dass es eher mit schnell eintretender Unterforderung und Abenteuerlust zu tun hat.😉

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