Strandspaziergang…

Am letzten Wochenende schnappte ich mir wieder meinen Rucksack, diesmal ging es ans Meer. Genauer gesagt nach Sylt, wo ich seit meiner Kindheit fast jeden Sommer war. Nicht wegen Glamour, Möchtegern-Sternchen und überteuerten Fischbrötchen, sondern wegen des heilsamen Reizklimas und der wilden Schönheit.

Erstes Muss daher für mich direkt nach dem Frühstück: ausgiebiger Strandspaziergang, mit den nackten Füßen in der kalten Nordsee und ein kräftiger Wind um die Nase. 

Leider ist diese kleine Insel nicht in Utopia, und daher fand ich auf dem Weg von Rantum nach Westerland einen Margarinedeckel am Strand. Ich hob ihn auf, und da ich noch einen Beutel für Schuhe in meiner Tasche hatte, warf ich ihn hinein und beschloss, den Müll, der mir auf dem Weg begegnen würde, aufzusammeln.

Mein Ziel war nicht, den ganzen Strand nach Müll abzuscannen, es war immer noch ein Strandspaziergang, ich bückte mich lediglich, wenn ich dabei auf ein Stück Abfall traf, und warf es in meinen Beutel. Der Strand wird täglich von der Gemeinde Sylt gereinigt, d.h. der Müll ist während der letzten Stunden angespült worden.

Mal sehen, wie viel Müll auf dem Weg von Rantum nach Westerland zusammenkommen würde…

Neben dem Margarindedeckel fand ich diverse Getränkeflaschen, insbesondere aber haufenweise Deckel von Getränkeflaschen, Joghurtbecher, Folienverpackungen von Schokoriegeln, Verpackungen von Fertigessen, aber auch diese Plastikstreifen, mit denen Pakete verpackt werden, ebenso wie diese Styropor-Füllmaterialien für Pakete. Außerdem eine ganze Menge Luftballons. Und natürlich Abfälle aus der FIscherei und Schiffahrt, wie Seilreste, Netze, aber auch Plastikrohre, Kabelstücke etc.

Am Ende war mein Beutel voll!

Ich hatte einen kompletten Müllbeutel voll Müll am Sylter Strand gesammelt, und alles was ich getan hatte, war mich auf meinem Weg zwischendurch zu bücken, statt einfach vorbeizugehen.

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Die Meere – und dazu gehört leider auch die Nordsee – sind voll mit menschlichen Abfällen, und Tiere verenden daran, weil sie es fressen oder sich darin verfangen.

Was aber können wir dagegen tun?

In den letzten Tagen hat mich diese Frage beschäftigt. Was kann jeder einzelne von uns tun? Simple Dinge, die einfach im Alltag umzusetzen sind, die aber einen Unterschied für unsere Umwelt machen. Hier sind meine Anregungen für euch:

 

1. Müll vermeiden

Müll, der nicht da ist, kann auch nicht im Meer oder sonstwo landen, wo er nicht hin gehört.

Konkret kannst du zum Beispiel Großpackungen kaufen, die bezogen auf die gekaufte Menge verhältnismäßig wenig Abfall haben. Statt im Supermarkt Obst und Gemüse in Folie geschweißt zu kaufen, kaufe auf dem Wochenmarkt ein. Jutebeutel statt Plastiktüte. Mehrwegflasche statt Plastikflasche. Tupperdose statt Alu-/Frischhaltefolie. …

Beobachtet einfach einmal, bei welchen Gelegenheiten ihr Müll produziert, und ob es einfache Alternativen gibt.

 

2. Müll recyclen

Eine geringe Menge Müll wird aber wahrscheinlich dennoch übrig bleiben. Wenn du diese sortenrein über die richtigen Wege entsorgst, kann ein großer Teil deines Mülls aber einer neuen Bestimmung zugeführt werden oder zumindest fachgerecht entsorgt werden.

Aus Altpapier wird die nächste Sonntagszeitung, Kunststoffverpackungen werden wieder eingeschmolzen und weiterverarbeitet. Alte Batterien gehören nicht in den Haushaltsmüll. Nutzt die bestehenden Entsorgungsangebote.

Insbesondere Glas kann sehr gut recycled werden und sollte daher immer Verpackungen aus Kunststoff oder Aluminium/Weißblech vorgezogen werden.

Sprich: kauf deine Kichererbsen besser im Glas als in der Dose. Und wirf das Glas anschließend auf jeden Fall in den Altglascontainer, und nicht in den Hausmüll. So kann daraus ein neues Glasbehältnis werden.

Wenn du dir bei der Farbzuordnung (weiß, braun, grün) unsicher bist: dann immer in den Container für Grünglas. Das ist die Farbe, die bei der Produktion am einfachsten eingestellt werden kann, und daher stört ein farblich nicht ganz passender Behälter hier am wenigsten.

 

3. Müll mitnehmen

Dieser Punkt ist ganz einfach: Lass deinen Scheiß nicht rumliegen. Spuck deinen Kaugummi nicht auf die Straße, lass nach dem Picknick die Verpackungen nicht im Park liegen. Nicht ausnahmsweise. Auch nicht auf Festivals.

Versuche jeden Platz wieder mindestens so sauber zu hinterlassen, wie du ihn vorgefunden hast.

Oder noch besser: Nimm dir ein paar Minuten Zeit, und heb den Müll auf, den du findest. Und entsorge ihn korrekt. Das geht nicht nur am Strand. Sondern auch im Stadtpark, im Wald, auf der Straße… Und kostet dich keine 5 Minuten am Tag.

 

Habt ihr weitere Ideen?

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2 Kommentare Gib deinen ab

  1. toe sagt:

    Ich verstehe es noch immer nicht, warum ich im Wald Getränkedosen und Plastikflaschen, Zigarettenpackungen oder Drive-In Verpackungen finde! Abgesehen von den Tieren, welche davon negativst beeinflusst werden – aber das ist den Eingeborenen Österreichern eh meist egal – hilft es dem Ortsbild ja auch nicht. Irgendwie bleiben manche Menschen einfach lernresistent.
    MfG toe

    Gefällt 1 Person

  2. Zum einen ist es wohl Faulheit, zum anderen Gedankenlosigkeit, wenn man sein Mitgebrachtes auf dem Rückweg „vergisst“.
    Aber am Strand ist das noch etwas anderes, da ist eben auch angespültes dabei, was es nicht besser macht. Ich muss dabei an diese gigantischen Müllstrudel auf dem offenen Meer, fernab jeder Zivilisation und Handelsrouten denken. Alles zusammengenommen fällt es mir oft schwer, meinen Optimismus zu behalten.

    Gefällt 1 Person

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